Die Natur als Lebensgrundlage zukünftiger Generationen langfristig erhalten.

Erziehung und Bildung sind ohne zwischenmenschliche Begegnung nicht denkbar.

Kinder und Jugendliche in ihrer Individualität und in ihren Entwicklungsmöglichkeiten bestärken.

Menschliche Begegnung ins Zentrum rücken.

Den Menschen in all seinen Dimensionen betrachten.

   

Universität Basel richtet Stiftungsprofessur für translationale Komplementärmedizin ein

Weltweit steigt die Nachfrage nach komplementärmedizinischen Verfahren. Um die Forschung in diesem Bereich zu stärken, hat die Universität Basel den Biologen Carsten Gründemann zum neuen Assistenzprofessor für translationale Komplementärmedizin ernannt. Die Professur ist am Departement für Pharmazeutische Wissenschaften angesiedelt und wird in den kommenden fünf Jahren von einem Konsortium aus neun Förderern mit rund drei Millionen Franken finanziert.

In der Schweiz wird die Komplementärmedizin besonders geschätzt, wie ein Volksentscheid im Jahr 2009 zeigte. Seither ist die Berücksichtigung der Komplementärmedizin in der Bundesverfassung verankert. Die Umsetzung in Lehre und Forschung wird durch das Medizinalberufegesetz 2015 sowie die universitären Lernzielkataloge 2017 gefordert. Mit der Einrichtung der Assistenzprofessur trägt die Universität Basel dem Bedürfnis Rechnung, komplementärmedizinische Therapien mit wissenschaftlichen Methoden auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen.

Translationale Komplementärmedizin
Zur Komplementärmedizin zählen in erster Linie die Phytotherapie, die Traditionelle Chinesische Medizin, die Klassische Homöopathie und die Anthroposophische Medizin. Letztere umfasst von ihrem Grundkonzept her die Integration von natur- und geisteswissenschaftlichen Aspekten und ist deshalb als Prototyp für eine Integrative Medizin anzusehen.

Grundlage für die Anthroposophische Medizin bildet auch seit jeher die sogenannte Translationalität. Von «translational» spricht man, wenn das Wissen, welches durch Forschung im Labor erzeugt wird, einen Einfluss auf die Therapiepraxis hat und wenn die neuen Erkenntnisse zur Wirksamkeit am Patienten ihrerseits auch als Rückkopplung für neue Forschungsansätze im Labor dienen. Die Professur soll diese Translationalität innerhalb der komplementärmedizinischen Forschung fördern.

Experte für Schul- und Komplementärmedizin
Der neue Stiftungsprofessor für translationale Komplementärmedizin, Prof. Dr. Carsten Gründemann, wird seine Stelle am Departement für Pharmazeutische Wissenschaften zum 1. Februar 2020 antreten.

Nach Abschluss seines Biologiestudiums im Jahr 2004 an der Universität Tübingen wurde Carsten Gründemann in experimenteller Immunologie promoviert. Ab 2009 baute er den Grundlagenforschungsbereich am Uni-Zentrum Naturheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg auf. Hier habilitierte er sich zum Thema Immunsuppression durch pflanzliche Arzneimittel und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe. 2016 übernahm Gründemann am Institut für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene die Leitung des neu eingerichteten Forschungsbereichs Anthroposophisch-Medizinische Forschung.

Verbindung von Forschung und Praxis
Zu Gründemanns Forschungsschwerpunkten zählt die Untersuchung von Therapiekonzepten der Komplementärmedizin, insbesondere der Anthroposophischen Medizin und der Phytotherapie. Neben der Grundlagenforschung befasst er sich weiterhin mit der praktischen Anwendung der Forschungsergebnisse und verfolgt hier klassische Arzneimittelentwicklungen für die Verwendung von naturstoffbasierten Peptiden als Immunsuppressiva, welche bereits als mögliche Kandidaten für die Behandlung von Multiple Sklerose in der klinischen Erprobungsphase sind.

Die Stiftungsprofessur wird in den kommenden fünf Jahren mit 3,05 Millionen Franken von einem Konsortium aus neun Förderern finanziert. Die Förderer sind: Patientenorganisation anthrosana, PRIAM-BS (Verein Stiftungsprofessur für Integrative und Anthroposophische Medizin an der Universität Basel), Software AG – Stiftung, Stiftung Edith Maryon, Stiftung für psychosomatische, ganzheitliche Medizin Rheinfelden, Stiftung Metsi, Stiftung zur Förderung Anthroposophischer Institutionen, WALA Heilmittel GmbH und Weleda AG.

Weitere Auskünfte: Caroline Mattingley-Scott, Universität Basel, Leiterin Fundraising, Tel. + 41 61 207 28 86, Mobil: + 41 79 541 73 95, E-Mail: caroline.mattingley-scott(at)unibas.ch