Die von uns geförderten Projekte sind unsere Fenster in die Welt.

   

Was wir fördern

Projekteinblicke

Unser Anliegen ist es, mit unserer Öffentlichkeitsarbeit bestehendes Engagement und beispielhafte Projekte sichtbar zu machen. Darum rücken wir nicht nur in unseren Print-Publikationen die geförderten Initiativen und die Menschen dahinter in den Mittelpunkt, sondern haben auch auf unserer Website großen und kleinen Leuchtturmprojekten einen besonderen Platz eingeräumt.

An dieser Stelle möchten wir mit Kurzberichten über das aktuelle Projektgeschehen informieren sowie durch vertiefende Beiträge und Interviews einen möglichst anschaulichen Eindruck von den Initiativen vermitteln, die wir als Stiftung mit ermöglichen und begleiten dürfen.

Damit das gelingt, haben die Kolleginnen und Kollegen aus der Öffentlichkeitsarbeit viele der beschriebenen Projekte gemeinsam mit den zuständigen Projektleiterinnen bzw. -leitern besucht und sich vor Ort ein eigenes Bild von den Organisationen und Menschen gemacht.

Ihre Beispiele sollen in Text und Bild anderen Engagierten eine Orientierung über die Fördermöglichkeiten der Software AG – Stiftung (SAGST) vermitteln und Mut machen, neue Wege zu gehen.

Gelebte Integration von Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung

Seit den 1980er-Jahren steht die „Blaue Karawane“ in Bremen für kreatives Engagement und gelebte Integration von Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung. Dabei setzt sie konsequent auf Sozialraumorientierung (SRO). Dieses ganzheitliche Handlungskonzept der sozialen Arbeit nimmt den Menschen in seinen gesellschaftlichen und räumlichen Bezügen, den individuellen Teilhabe-Chancen und Lebensbedingungen in den Blick. Ziel der SRO ist es, jede*n Einzelne*n darin zu unterstützen, die eigene Biografie selbstbestimmt zu gestalten.

Die Bremer Initiative gründete sich nach Auflösung der psychiatrischen Klinik Kloster Blankenburg im Jahr 1988. Angetrieben vom Wunsch nach allgemeiner Veränderung schlossen sich Patient*innen, Klinikmitarbeiter*innen, interessierte Bürger*innen sowie Künstler*innen zur „Blauen Karawane“ zusammen. Gemeinsam zogen Mitglieder des Vereins als politisch-kreatives Kollektiv von Trier über neun Städte nach Bremen, um mit künstlerischen und teils provokanten Aktionen auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen: die Abkehr von der sogenannten Verwahrpsychiatrie, bei der es vornehmlich um das Ruhigstellen der Patienten, nicht jedoch um deren Förderung geht.

Auch nach Auflösung der Klinik fühlte sich die bunte Gemeinschaft fest verbunden und begab sich auf die Suche nach einem neuen Ort für Begegnungen und Debatten. In der Travemünder Straße in Bremen fand sie ein festes Domizil und wurde „sesshaft“: Neben Büroräumen gab es dort Platz für gemeinsame Aktivitäten und lebendige Diskussionen. Ein Jahr später öffnete hier auch das „Café Blau“ als Treffpunkt für den Stadtteil Bremen-Walle seine Türen. Ende der 1990er-Jahre erwuchs daraus die Idee für das „BlauHaus“ – ein Ort, an dem sich Menschen über politische Themen austauschen und in Ateliers oder Werkstätten schöpferisch tätig werden können.

Heute, knapp zwanzig Jahre später, nimmt die Erfolgsgeschichte des Vereins weiter ihren Lauf: In der Bremer Überseestadt wird derzeit mit der Baugenossenschaft GEWOBA ein generationenübergreifendes Wohn-, Beschäftigungs- und Kulturprojekt realisiert. Für Menschen aus unterschiedlichen sozialen Milieus entstehen in diesem Ortsteil bis zum Sommer 2019 neben 83 Apartments auch drei barrierefreie Wohngemeinschaften. Durch die Kooperation mit dem Martinsclub e. V., einem etablierten Sozialträger für Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung, ist die Betreuung von Personen mit Hilfebedarf gewährleistet. Neben der ambulanten Betreuung leitet der Verein die Demenz-WG sowie eine WG für Menschen mit komplexem Hilfebedarf.  

Ergänzt wird das inklusive Wohnkonzept durch ein Stadtteilbüro, eine integrative Kita für rund 60 Kinder mit und ohne Förderbedarf sowie durch ein ebenfalls neu errichtetes Quartierszentrum. Diese sogenannte „Blaue Manege“ bietet auf 671 m² Hausbewohner*innen, Nachbar*innen und allen anderen, die mitmachen wollen, Raum für gemeinsame künstlerische und sportliche Aktivitäten. Das Angebot reicht von Theater-, Musik- und Bildungsveranstaltungen für jedermann bis hin zu Malgruppen, Keramik- und Holzwerkstätten für Menschen mit und ohne psychische Beeinträchtigung.

Durch den Einsatz von Eigenleistungen und Spendengeldern soll die spätere Miete erschwinglich bleiben.


Johannes Rehmann

Biodynamische Landwirtschaft zum Begreifen und Mitmachen bietet der Lernort Bauernhof am Hofgut Oberfeld in Darmstadt – seit 14 Jahren und für alle Generationen. Im Interview spricht der pädagogische Leiter Johannes Rehmann über die Motivation seines Teams, das nachhaltige Bildungs-Programm und den inklusiven Weg der südhessischen Initiative.


Book cover for the study "Learning with Joy"

Die Evangelische Schule Berlin Zentrum (ESBZ) entwickelt seit 2013 ein Lernkonzept für eine neue Oberstufe. Es ermuntert Schülerinnen und Schüler, zu Gestaltern der eigenen Lebenswelt zu werden, in der sie ihre Lernbedürfnisse eigenverantwortlich bestimmen und ihr Handeln als sinnhaft erfahren können. Zwischenmenschliche Begegnungen setzen dabei einen Kontrapunkt zur fortschreitenden Anonymisierung des Unterrichts.


Arzt im Patientengespräch

Patienten entscheidungsfähig zu machen und den Prozess des Gesundwerdens ganzheitlich zu begleiten – das sind zwei Kernanliegen der Anthroposophischen Medizin. 2020 feiert sie ihr hundertjähriges Bestehen. Wie Patienten diese Erweiterung der konventionellen Medizin erleben, zeigt eine neue Multimedia-Reportage anhand ausgewählter Krankengeschichten.


Kinder unter Sonnenschirm vor dem Spielmobil

Das „Rotzfreche Spielmobil“ hat Tradition in Darmstadt. Seit 30 Jahren fährt der rot-gelbe Bus öffentliche Plätze an, um Vier- bis Vierzehnjährige zu Spaß und Bewegung unter freiem Himmel einzuladen.