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Durch und durch „bio“: die „Coffee & Cream“-Hühner der Ökologischen Tierzucht

Konsumenten denken bei ökologischer Hühnerhaltung an artgerechte Ställe, ausreichend Auslauf und eine biologisch orientierte Fütterung, doch dass die meisten Tiere aus der konventionellen Zucht stammen, wissen die wenigsten. Sie sind genetisch entweder auf maximale Legeperformance oder größtmöglichen Fleischertrag geeicht, was Biobauern vor enorme Herausforderungen stellt. Denn diese Hochleistungshühner sind nicht an die Bedingungen im Ökolandbau angepasst. Hier braucht es Tiere, die sich als Zweinutzungshühner gleichzeitig zur Eier- (Henne) und Fleischerzeugung (Hahn) eignen – so wie es zu Großmutters Zeiten noch üblich war. Zudem sollten sie sich durch Widerstandsfähigkeit auszeichnen und kein spezielles Futter aus Übersee benötigen. An diesem Punkt setzt die ÖTZ (kurz für: Ökologische Tierzucht) mit ihrem Zuchtprogramm an.

Ins Leben gerufen wurde die gGmbH von ÖTZ-Geschäftsführerin Inga Günther sowie den Verbänden Demeter und Bioland im Jahr 2015. Ihr gemeinsames Ziel: Nicht nur die Eier, sondern auch die Hennen und Hähne sollen von Anfang an durch und durch ökologisch sein.

Zusammen mit ihren Mitstreitern konzentriert sich Günther bei der Züchtung auf die alten Rassen „New Hampshire“, „White Rock“ und „Bresse Gauloise“. Anders als in der konventionellen Zuchttierhaltung leben sie in der Herde, was wiederum das natürliche Sozialverhalten fördert. Das Besondere dabei: Da auf künstliche Besamung verzichtet wird, paaren sich auch nur solche Tiere miteinander, die gut harmonieren. Aus den alten Rassen entsteht so eine neue Vielfalt, aktuell die Linien „Coffee“  und „Cream“. Sie sind deutlich robuster, müssen nicht mit Medikamenten aufgezogen werden und erfüllen als Zweinutzungshühner auch die ethischen Ansprüche der Bio-Branche.

„Erst die Arbeit der ÖTZ bietet allen ökologisch ausgerichteten Betrieben die Chance“, so Christian Wüst, Projektleiter bei der Software AG – Stiftung (SAGST), „Tiere zu halten, die wirklich zu ihrer Art des Landbaus passen.“ Damit gibt die Initiative gemeinsam mit Demeter und Bioland eine neue Richtung für Tiere, Erzeuger und Verbraucher vor.

Mehr zum Thema können Interessierte hier nachhören oder in einem Video der ÖTZ erfahren.