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Zusammen durch die Krise: Café „unplugged“

Stress in der Schule, Ärger mit den Eltern oder Konflikte im Freundeskreis: Es gibt eine Menge Situationen, in denen es Jugendlichen guttut, sich mit anderen auszutauschen. Manchmal hilft es, dies an einem neutralen Platz und mit Außenstehenden zu tun. Das Café „unplugged“ in Mainz ist seit 15 Jahren ein solcher Ort: Hier können junge Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren in lockerer Atmosphäre bei einem Kaffee mit anderen über ihre Situation sprechen. Hinzu kommen feste Programmangebote, etwa Gesprächsrunden zu Fragen der psychischen Gesundheit, gemeinsames Kochen, Spielen, Basteln oder Sporttreiben.

Neben diesem offenen Bereich ermöglicht die Einrichtung auch eine psychosoziale Einzelbetreuung durch professionelle BeraterInnen, die in schwierigen Lebensphasen oder bei tiefergehenden psychischen Problemen unterstützen. Außerdem leisten die Mitarbeitenden mit Workshops auch wichtige Aufklärungs- und Präventionsarbeit in Sachen psychische Gesundheit. Denn seelische Probleme sind im Jugendalter ein ernstes Problem: Laut einer im Mai 2020 veröffentlichten WHO-Studie fühlte sich 2018 jeder vierte Teenager in Europa nervös, gereizt oder hatte Schwierigkeiten beim Einschlafen – im Vergleich zu Untersuchungen in den Vorjahren mit steigender Tendenz.

Wie an vielen anderen Stellen brachte im Frühjahr 2020 das Corona-Virus auch im „unplugged“ den laufenden Betrieb ins Stolpern. Das Café musste währen des Lockdowns schließen, viele Angebote pausierten zwangsweise oder liefen nur eingeschränkt. Dies sorgte nicht zuletzt für Engpässe beim Träger des Cafés, dem Sozialdienstleister gpe (Gesellschaft für psychosoziale Einrichtungen). Da auch andere Geschäftszweige wegen der Corona-Auflagen defizitär laufen, kann er die finanziellen Einbußen des Cafés nicht alleine ausgleichen. „Unsere Stiftung gehörte in den Gründungsjahren zu den wichtigen Unterstützern des Projekts“, erklärt SAGST-Projektleiter Jens Maurer. „Gerade jetzt, während der Corona-Krise, sind solche Anlaufstellen unverzichtbar. Deshalb greifen wir der Einrichtung in dieser schwierigen Zeit unter die Arme, um sowohl die offenen Angebote als auch die Einzelfallbetreuungen und Schulpräventionsprojekte des Cafés zu sichern.“