Die Natur als Lebensgrundlage zukünftiger Generationen langfristig erhalten.

Erziehung und Bildung sind ohne zwischenmenschliche Begegnung nicht denkbar.

Kinder und Jugendliche in ihrer Individualität und in ihren Entwicklungsmöglichkeiten bestärken.

Menschliche Begegnung ins Zentrum rücken.

Den Menschen in all seinen Dimensionen betrachten.

   

TUSCH: Schule trifft Theater

Das TUSCH Darmstadt gibt es seit 2011. Das Theaterprojekt für Schüler wurde vom Verein Freie Szene Darmstadt, ein Zusammenschluss freischaffender Theater, ins Leben gerufen. Die Idee zu TUSCH („Theater Und SCHule“) stammt aus Berlin. Dabei verbindet sich ein freies Theaterensemble mit einer oder mehreren Schulen. Im theatralen Austausch sollen so neue Kräfte auf beiden Seiten freigesetzt werden. Spielstätte des TUSCH Darmstadt ist das Theater Moller Haus.

Nadja Soukup, Projektleiterin von TUSCH Darmstadt, im Interview

Auf welche Herausforderung gibt Ihr Projekt Antworten?
Die Schüler*innen verschiedener Schulformen haben in der Regel kaum Kontakt miteinander. Das verhindert schon sehr früh das gesellschaftliche Miteinander und fördert Schubladendenken. Unser Projekt richtet sich daher bewusst an alle Schulformen und bringt die Schüler*innen in verschiedenen Formaten in den Austausch. In dieser Arbeit ist jeder Mensch ein Künstler und lernt sich gemeinsam mit einer Gruppe durch das Theater auszudrücken. Vorurteile können auf diese Weise abgebaut werden und das Selbstbewusstsein der Heranwachsenden wird gestärkt.

Was sind die Leitmotive Ihrer Initiative?
Die Arbeit auf Augenhöhe. Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Lehrer*innen und Theaterschaffende erproben in diesem Prozess Gestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten, um unterschiedliche Vorstellungen des Zusammenlebens künstlerisch zu verhandeln. Die Präsentation vor einer breiten Öffentlichkeit ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, erste Theaterluft zu schnuppern.

Was sind die großen Herausforderungen, mit denen Sie zu tun haben?
Das System Schule lässt wenig Spielraum für Projekte, die nicht in einem 45-Minuten-Takt arbeiten. Fächerübergreifendes, forschendes Arbeiten ist in diesem System schwierig. Auch in diesem Sinne fordert TUSCH große Flexibilität von allen Beteiligten.

Welche Wirksamkeit erhoffen Sie sich?
Die Schüler*innen leben in ihrem individuellen Schulkosmos. Sie haben jenseits dieser vertrauten Umgebung häufig kaum Außenkontakte. Die Arbeit mit professionellen Künstler*innen gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Art des Ausdrucks zu erweitern und sich neu zu erfahren. Durch die Präsentation im Theater Moller Haus bauen sie Schwellenängste ab und vergrößern ihre Ortskenntnisse in Darmstadt.

Was ist beispielhaft an Ihrem Projekt und was können andere von TUSCH lernen?
Durch die Vernetzung und intensive Zusammenarbeit von Theatern der Freien Szene e.V., Staatstheater und den beteiligten Schulen wächst ein Netzwerk von interessierten Lehrer*innen und Schüler*innen die TUSCH über mehrere Jahre begleiten. So entsteht eine nachhaltige Auseinandersetzung mit den Kulturschaffenden dieser Stadt. Der Aufbau eines breiten Netzwerks ist die Basis dafür, möglichst viele Schüler*innen aus nicht-kulturaffinen Milieus an die Kulturinstitutionen dieser Stadt heranzuführen. Kultur wird so als Möglichkeit erlebt, sich politisch und aktiv in die Gesellschaft einzubringen.