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Ackern in der Stadt: Bildungssolidarische Agrarkultur am Annener Berg

Den Annener Berg zu einem Zukunftsort machen – das will die Entwicklungsgesellschaft für ganzheitliche Bildung Annener Berg. Dazu holt sie die Landwirtschaft in den städtischen Raum zurück und verknüpft sie mit zahlreichen Bildungs-angeboten: Eine Lernimkerei und grasende Schafe, die den Annener Berg beweiden, Solidarische Landwirtschaft, ein Bildungsgarten und ein Gemüseacker auf dem Vöckenberg in Witten sind erste Projekte des umfassenden Konzepts für eine bildungssolidarische Agrarkultur. Dabei setzt der Verein auf generations- und institutionsüber-greifende Gemeinschaftsbildung: Mit im Boot sind unter anderem die Blote Vogel Schule (Waldorfschule) und der Waldorfkindergarten, das Institut für Waldorfpädagogik Witten/Annen mit dem zugehörigen Gärtnerhof sowie der sozialtherapeutisch arbeitende Christopherus-Hof, aber auch die Stadt Witten sowie die örtliche Volkshochschule.

„Durch die vielen beteiligten Institutionen und die vielfältigen Lern- und Erfahrungsthemen rund um die Landwirtschaft kann man hier wirklich von einem Modellprojekt sprechen“, erklärt SAGST-Projektleiter Sebastian Bauer. „Junge Menschen aller Altersstufen erleben praktische Einblicke in die landwirt-schaftliche Wertschöpfungskette und erfahren Selbstwirksamkeit. Beides schafft eine gute Grundlage für eine gesunde Urteilsbildung auch in der Zukunft.“ In enger Kooperation mit der Uni Witten/Herdecke entstehen unter anderem auch Ideen für eine gesunde, nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung. So verwendet die Cafeteria der Uni nicht nur Bio-Lebensmittel, sondern neuerdings sogar selbst angebautes Gemüse. Seit dem Sommersemester 2019 greifen Studierende im Rahmen des Studium fundamentale selbst zu Schaufel und Hacken. Zusammen mit den Mitarbeitenden des Gärtnerhofs bauen sie frisches Gemüse auf dem Acker am Vöckenberg an. Die Ernte kommt wiederum Studierenden und Mitarbeitenden zugute: Sie können wöchentlich ein Gemüsenetz mit frisch geernteten Zutaten bestellen und in der Cafeteria abholen.

Darüber hinaus sollen diese Lebensmittel perspektivisch auch in der Lehre sowie in der Universitätsambulanz für Integrativen Gesundheitsversorgung und Naturheilkunde zum Einsatz kommen: So können in Witten künftig nicht nur Studierende der Medizin mithilfe von entsprechenden Qualitäts-verfahren erleben, welche Rolle eine bewusste Ernährung für die Gesundheit des Menschen spielt, auch für Patientinnen und Patienten wird im Rahmen der Ernährungsberatung der Weg vom Acker auf den Tisch z.B. durch Kochkurse oder die Mitarbeit auf dem Feld erfahrbar.