Die von uns geförderten Projekte sind unsere Fenster in die Welt.

   

Führe Regie über dein Leben! – Das fordert und fördert die Bildungsinitiative ACT in Berlin

Jeder Mensch hat die Fähigkeit, Ideen zu entwickeln und Neues zu denken. Derzeit aber liegen in vielen Schulen die Ideen insbesondere sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher brach oder werden als Störung wahrgenommen. Mit „Anerkennung, Communication und Teilhabe“ sowie einem gemeinsamen Projektziel befähigt ACT e.V. diese Heranwachsenden dazu, ihre Potenziale auf und hinter der Bühne nicht nur sichtbar, sondern auch wirksam werden zu lassen. Der Verein will den Jugendlichen auf diese Weise Freude am Lernen vermitteln und sie dazu ermutigen, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Eine Schlüsselrolle spielt dabei ein Unterricht, der allen etwas bringt, niemanden langweilt oder demütigt.

Hierzu hat Maike Plath 17 Jahre lang in der Praxis geforscht – 13 davon an einer Hauptschule in Berlin-Neukölln – und dabei von ihren Schüler*innen viel gelernt. Ihr pädagogischer Ansatz, den Sie gemeinsam mit den Jugendlichen entwickelt hat, steckt auch im Namen des Vereins (Anerkennung, Communication und Teilhabe), in dessen Vorstand die ehemalige Lehrerin für Deutsch und Theater mittlerweile tätig ist. Für ACT gab sie 2013 ihren Beamtenstatus auf. Sechs Jahre dananch sind für die Bildungsinitiative inzwischen über 20 Team-Mitglieder tätig, die nach Plaths Konzept in ganz Berlin Projekte in  Kultureinrichtungen oder an Schulen realisieren. In eigenen Theater- und Filmpräsentationen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen zeigen die Heranwachsenden dabei auf der Bühne, wozu sie in der Lage sind und was sie über die Welt denken.

Mit dem ACT_Lab, das ebenfalls von der Software AG – Stiftung (SAGST) gefördert wird, erreicht der Verein auch junge Menschen, die der Schule bereits frustriert den Rücken gekehrt haben. Bei ACT  finden sie wieder einen angstfreien Zugang zum Lernen, denn hier können die Jugendlichen seit 2017 schulische Inhalte neu entdecken, ihre Kommunikation trainieren und eigene Stärken erkennen. „Das unterstützt sie dabei“, so SAGST-Projektleiterin Elke Rahmann, „herauszufinden, was sie brauchen, um wieder Regie über das eigene Leben führen zu können.“

„Für Serhat [Name geändert] z. B.“, berichtet Maike Plath, „war das Theater so etwas wie ein Spiegel. Er hat fünf Jahre mit uns Theater gespielt und als er einmal alte Filmaufnahmen von sich bei den Proben sah, schüttelte er nur den Kopf und fragte: «Wie habt ihr mich bloß ausgehalten?». Später schloss er seine Ausbildung zum Krankenpfleger mit der Note eins ab. Heute arbeitet er am Berliner Flughafen und ist ein hoch geschätzter Mitarbeiter mit interkultureller Kompetenz.“