Die von uns geförderten Projekte sind 
unsere Fenster in die Welt.

Die von uns geförderten Projekte sind unsere Fenster in die Welt.

   

Hilferufe aus aller Welt: Corona-Hilfen der SAGST

Seit vielen Jahren unterstützt die SAGST das freie Schulwesen in Deutschland, aber auch im europäischen und außereuropäischen Ausland. Seitdem hat sie Gründung und Aufbau zahlreicher Einrichtung beratend begleitet und finanziell gefördert. Nun stellt die Corona-Krise freie Schulen vor ganz neue Herausforderungen – eine Welle von Hilfegesuchen ist die Folge, wie SAGST-Projektleiter Andreas Rebmann berichtet. Denn anders als in Deutschland, wo die Elternbeiträge nur einen Teil der Finanzierung der Schulen ausmachen, arbeiten die Einrichtungen in vielen Ländern komplett ohne staatliche Unterstützungen.

„Seit Monaten erreichen uns Anfragen von Waldorfschulen etwa aus Südamerika oder dem asiatischen Raum, die verzweifelt um Hilfe bitten. Sie brauchen Unterstützung, um Lebensmittel kaufen zu können oder sogar, um am Virus verstorbene Mitglieder der Schulgemeinschaft würdevoll zu bestatten“, sagt Rebmann. „Doch auch die Schulen in der Schweiz, in Frankreich oder Österreich stehen unter Druck, da sie nur in geringem Maße staatliche Gelder erhalten. Viele Eltern sind von Kurzarbeit oder Betriebsschließungen betroffen – dies führt bereits zu spürbaren Rückgängen bei den Schulbeiträgen.“

Allein bis Ende Dezember 2020 gab es knapp 40 Extra-Förderungen im Kontext der Covid-19-Pandemie für Projekte aus 13 Ländern – darunter waldorfpädagogische Einrichtungen in Costa Rica, Großbritannien oder im Baltikum, aber auch therapeutische Hilfsangebote in Nepal oder Brasilien sowie andere Organisationen. Weitere Anträge sind noch in der Prüfung. „Wir haben bereits im März kurzfristig einen Strategieplan entwickelt, der eine noch schnellere Antragsbearbeitung zulässt“, erklärt Rebmann weiter. „Hierbei sind wir mit anderen Partnern in einem engen Austausch, sodass eine noch höhere Wirksamkeit erzielt werden kann.“ So wurde unter anderem in Kooperation mit den „Freunden der Erziehungskunst“ ein sogenannter Matching Fund aufgelegt, der die Erlöse von Spendenprojekten für Waldorfschulen in Not verdoppelt.

„Eine weitere Maßnahme war, dass wir die Förderhöhe im Bereich der Kleinprojekte temporär vervierfacht haben“, erläutert Rebmann. „Außerdem konnten wir zeitnah alternative Kommunikations- und Entscheidungswege etablieren, um die Antragserfassung sowie die Dokumentation von Bearbeitungs- und Entscheidungsständen zu erleichtern.“ Noch ist nicht absehbar, in welchem Ausmaß die Pandemie Projekte und Initiativen weltweit, aber auch die Arbeit der SAGST verändern und beeinflussen werden. „Die Corona-Krise zeigt uns Stärken und Schwächen auf“, ist Rebmann überzeugt. „Oft braucht es genau solche Momente, die ein Innehalten erzwingen und Gewohnheiten einer Prüfung unterziehen. Perspektivisch planen wir deshalb eine interne Stiftungsklausur, die genau diese Aspekte beleuchtet und uns auf künftige Herausforderungen vorbereitet – denn es wird auch nach Corona gewiss nicht mehr so sein wie bisher.“