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Öko-Weinbau trumpft: Großer Systemvergleich der Hochschule Geisenheim

Ökologischer Weinbau ist seit Jahren groß im Kommen. Immer mehr Winzer setzen auf eine naturnahe Anbauweise und produzieren charaktervolle, ausdrucksstarke Weine. Eine besonders prominente Stellung nimmt in dieser Entwicklung der biologisch-dynamische Weinbau ein: Was auf dem Weinberg und im Glas überzeugt, wirft dennoch bei manchen Skeptikern Fragen auf. Einen wichtigen Schritt hin zu mehr Anerkennung auch von wissenschaftlicher Seite markiert nun ein Langzeit-Vergleich der weltweit renommierten Hochschule Geisenheim.

Ökologischer Weinbau ist seit Jahren groß im Kommen. Immer mehr Winzer setzen auf eine naturnahe Anbauweise und produzieren charaktervolle, ausdrucksstarke Weine. Insbesondere aus Qualitätsgründen vertrauen einige der besten Weingüter der Welt zunehmend auf die biodynamische Landbaukultur, aber auch kleinere und mittlere Betriebe haben diese Anbaumethode nach und nach für sich entdeckt.

Was auf dem Weinberg und im Glas überzeugt, wirft dennoch bei manchen Skeptikern Fragen auf: Was verbirgt sich etwa hinter den biodynamischen „Präparaten“, die als eine Art Homöopathie für Boden und Pflanzen wirken sollen? Einen wichtigen Schritt hin zu mehr Anerkennung auch von wissenschaftlicher Seite markiert ein vergleichender Langzeit-Versuch der weltweit renommierten Hochschule Geisenheim (früher Forschungsanstalt Geisenheim) im hessischen Rheingau, der von der der Software AG – Stiftung (SAGST) unterstützt und nun vorläufig abgeschlossen wurde. Ein Team um die Professoren Prof. Dr. Hans Reiner Schultz, Prof. Dr. Randolf Kauer und Prof. Dr. Manfred Stoll untersuchte seit 2006 unter Leitung des Önologen Dr. Georg Meißner mit dem Systemvergleich INBIODYN die Auswirkungen von integriertem (konventionellen), biologisch-organischem und biologisch-dynamischem Weinbau. Wichtige Faktoren waren dabei Most- und Weinqualität sowie Wachstum und Ertrag der Reben, aber auch die Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit.

„Schon die positiven Resultate der ersten Versuchsphase von 2006 bis 2010 waren eindrücklich und haben vermutlich viele weitere Winzer überzeugt, auf ökologische oder biologisch-dynamische Bewirtschaftung umzustellen“, betont Klaus Plischke, SAGST-Projektleiter im Ruhestand. Veröffentlicht wurden die Forschungsergebnisse, die laut Plischke eindrucksvoll die Überlegenheit der ökologischen Anbaumethoden beweisen, in der Dissertation von Georg Meißner sowie im Wissenschaftsjournal „oeno one“.

In diesen Publikationen ist u.a. zu lesen, dass sich vor allem Bio-Dyn als ein besonders nachhaltiger Ansatz erwiesen hat, der gleichzeitig zu besten Weinqualitäten führen kann. Darüber hinaus war das Forschungsteam in den letzten Jahren in der Lage, konkrete Empfehlungen für die jeweilige Anbaupraxis zu entwickeln. Untersuchungen mit Bildschaffenden Methoden von Dr. Jürgen Fritz (Institut für organischen Landbau, Bonn) verdeutlichen zusätzlich qualitative Unterschiede zwischen nach verschiedenen Methoden angebauten Trauben.