Die von uns geförderten Projekte sind unsere Fenster in die Welt.

   

So schmeckt Verantwortung für Mensch und Natur: Mehr Bio in Hamburgs Großküchen

Bereits seit 1986 macht sich die Ökomarkt Verbraucher- und Agrarberatung e. V. stark für die ökologische Landwirtschaft. Sowohl Konsumenten als auch Beschäftigte der Bio-Branche, Gastronomen sowie vor allem Kinder und Jugendliche – sie alle nutzen das vielfältige Beratungs- und Schulungsangebot des gemeinnützigen Hamburger Vereins. Dieser setzt sich nun auch für einen wachsenden Anteil an gesundem Bio-Essen in öffentlichen Einrichtungen der Hansestadt ein.

Zehn Prozent – diese Ziffer beschreibt den aktuellen Mindesteinsatz an Bio-Lebensmitteln, den der Hamburger Umweltleitfaden 2019 für die Verpflegung in öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern vorsieht. Hier gibt es Potenzial nach oben, da sind sich die hauptverantwortlichen Akteure der Veranstaltung „Mehr Bio für Hamburg“ einig. In der Katholischen Akademie Hamburg fanden am 17. Februar politische Vertreter von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Die Linke und FDP zusammen, um bei einer Podiumsdiskussion genau über dieses Thema ins Gespräch zu kommen.

Hintergrund war die Forderung sämtlicher Organisatoren, die Qualität der Lebensmittel in den öffentlichen Einrichtungen der norddeutschen Metropole dauerhaft zu verbessern. Bei dem Event – veranstaltet von der Stiftung World Future Council sowie 16 weiteren Vereinigungen, darunter auch Ökomarkt e. V. – ging es jedoch nicht nur um die Beantwortung der Frage, was die Politik auf Landesebene bereits hierfür unternimmt. Auch zahlreiche Experten aus Kopenhagen, Berlin und Bremen waren vor Ort, um bei der Formulierung neuer verbindlicher Ziele zu unterstützen. Sie berichteten aus eigener Erfahrung, wie der anstehenden Agrar- und Ernährungswende erfolgreich begegnet werden kann: Die dänische Hauptstadt übernimmt dabei eine internationale Vorreiterrolle, denn sie hat es bereits geschafft, das Ziel von 90 Prozent Bio in allen lokalen Großküchen bis ins Jahr 2015 umzusetzen. Gelungen ist dies durch die Umstellung des Speiseplans und der bislang verwendeten Rezepturen – ohne eine Erhöhung der Kosten pro Mahlzeit. Ebenfalls erfolgreich in ihrem Bestreben, den Schutz von Umwelt, Klima und Biodiversität voranzubringen, sind die beiden deutschen Großstädte Berlin und Bremen, die sich eine Bio-Quote von 50 bis 100 Prozent in der Gemeinschaftsversorgung auf die Fahnen geschrieben haben. Als Mitglied im Netzwerk deutscher Biostädte bekennt sich auch Hamburg zu ökologischen Erzeugnissen aus der Region sowie zu den Themen Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Nun gilt es, die Beschaffung und Versorgung mit Bio-Lebensmitteln in einem kooperativen Prozess weiter zu konkretisieren.

Bei der Erarbeitung neuer Ziele stellt die Ökomarkt Verbraucher- und Agrarberatung e. V. aufgrund ihrer fachlichen Expertise einen wichtigen Verbündeten dar. Als langjähriger Veranstalter von Projekten wie „Schule und Landwirtschaft – Bio für die junge Generation“ beispielsweise führt der Verein jährlich rund 5.000 Kinder und Jugendliche praxisorientiert an den ökologischen Landbau heran. Während Hoftagen und Projektwochen erleben die Heranwachsenden hautnah und durch eigenes Tun, was es mit Artenvielfalt, Naturschutz und bewusstem Lebensmittelkonsum auf sich hat. „Seit mittlerweile mehr als 30 Jahren wollen wir junge Menschen dazu befähigen, in neuen Wegen zu denken“, erläutert Christina Zurek. Die Agraringenieurin engagiert sich seit vielen Jahren im Verein und blickt mit Stolz auf die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zurück: „Damals war Bio noch eine exotische Idee, inzwischen jedoch ist die Notwendigkeit, ökologisch zu wirtschaften, in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Der Bereich Bildung, allem voran die Umweltbildung, ist für uns hierbei der Schlüssel für eine  langfristige Veränderung im Bewusstsein der Menschen.“ Dabei lege gerade das sinnliche und seelische Erleben in jungen Jahren den Grundstein für eine enge Verbindung zu Natur, Landwirtschaft und Ernährung, bestätigt auch Cornelius Sträßer von der Darmstädter Software AG – Stiftung (SAGST), die den Verein seit 2007 über viele Jahre begleitet und gefördert hat.