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Sturzprävention durch Tai Chi und Heileurythmie?

Foto: C. Fischer/Fotogalerie: M. Köller

Können Tai Chi und Eurythmie-Therapie das Sturzrisiko bei älteren Menschen senken? Dieser Fragestellung gehen Forscher am Universitätsklinikum Freiburg mit einer bundesweiten Studie nach. Dabei unterstützt sie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für vier Jahre mit zwei Millionen Euro.

Gesucht werden für diese Studie 550 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab 65 Jahren, die aufgrund einer chronischen Erkrankung und/oder starken Medikation ein hohes Sturzrisiko haben bzw. in ihren Bewegungen unsicher geworden sind. Sie werden in drei Gruppen aufgeteilt und erhalten ein halbes Jahr lang regelmäßig die übliche Regelversorgung bzw. eine Tai Chi oder Eurythmie-Therapie, die die körperlichen und geistigen Sinnesfunktionen trainieren soll.

Ziel dieser Studie ist es, zu prüfen, ob unterschiedliche Sturzhäufigkeiten beobachtet werden können und sich – je nach Therapieform – Unterschiede in Bezug auf Angst vor Stürzen, Mobilität und Balance sowie Lebensqualität, Stimmung oder Kognition zeigen.

„Wir gehen davon aus, dass physische und psychische Fitness nicht nur vielen Erkrankungen vorbeugen und den Umgang mit ihnen erleichtern kann, sondern die Betroffenen auch wieder Sicherheit in der Bewegung verspüren lässt,“ beschreibt Studienleiterin Dr. Gunver Kienle, Ärztin am Zentrum für Naturheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg, den Forschungsansatz. Das mindere die Angst vor Stürzen, die im Alter häufig die Selbstständigkeit beende, und senke die Kosten aufgrund gesundheitlicher Folgen enorm.

Parallel zu dieser Studie an der Universität Freiburg, bei der über sogenannte Sturztagebücher der Erfolg von Tai Chi oder Heileurythmie vornehmlich mit subjektiven und eher weichen Parametern nachgewiesen werden soll, ist am Studienzentrum Essen – unterstützt durch die Software AG – Stiftung (SAGST) – eine Substudie geplant, welche u.a. den Einfluss der genannten Therapien auf die Telomerlänge untersucht.

„Die Telomerlänge“, so SAGST-Projektleiterin Sandra Würtenberger „ist als harter wissenschaftlicher Marker für die Zellalterung in der konventionellen Medizin anerkannt.“ Deshalb könne die Substudie, erklärt Würtenberger weiter, bei entsprechenden Ergebnissen die Aussagekraft der Hauptstudie noch deutlich erweitern und der Nachweis einer positiven Beeinflussung der Telomerlänge durch die Heileurythmie dieser zu einer größeren wissenschaftlichen Beachtung verhelfen.