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Wenn Autismus Kommunikation zur Qual werden lässt – Neues Therapiezentrum in Offenburg bietet Kindern und Jugendlichen Hilfe

Foto: C. Fischer

Sie finden meist schwer Freunde, sind lieber allein, interessieren sich eher für technische Dinge als für Menschen: Autisten leiden unter einer tief greifenden Entwicklungsstörung, die u. a. durch ein reduziertes Verständnis für soziale Situationen gekennzeichnet ist und Kommunikation für weltweit schätzungsweise 67 Millionen Menschen zu einer echten Qual werden lässt.

Wie viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene tatsächlich betroffen sind, lässt sich kaum genau sagen, denn das hängt von der Definition ab – und die ist sehr breit. Die verschiedenen Ausprägungen, darunter der frühkindliche Autismus oder das Asperger-Syndrom, werden als Autismus-Spektrum-Störung zusammengefasst. Die jeweiligen Symptome variieren stark und reichen von leichter Schüchternheit oder geistiger Behinderung bis zu außergewöhnlichen Teilbegabungen. Allen Betroffenen gemeinsam ist allerdings ein auffälliges Sozialverhalten, das sich häufig schon im Kindes- oder Jugendalter zeigt.

Betroffene haben große Probleme, mit ihren Mitmenschen zu sprechen, vor allem das Deuten von Aussage und Mimik anderer fällt ihnen schwer. Hilfe finden sie und ihre Familien in Deutschland in sogenannten Therapiezentren, die durch frühzeitige Förderung die Selbstständigkeit der Kinder und Jugendlichen stärken sowie ihre soziale Integration verbessern wollen.

Ein solches Therapiezentrum wurde mit Unterstützung der Software AG – Stiftung (SAGST) nun in Offenburg geschaffen. Hier werden u. a. ambulante Therapien angeboten, die die jungen Menschen in ihrem Sozialverhalten, ihrer Kommunikation und ihrem Handeln fördern sollen. Damit das gelingt, bindet das multidisziplinäre Team aus Psychologen und Pädagogen auch das Umfeld ein. Denn erst die speziellen Kenntnisse der Eltern und Erzieher helfen anderen, mit den autismusspezifischen Besonderheiten der Kinder und Jugendlichen umzugehen.

Offenburg ist neben Lahr, Bad Säckingen sowie zwei Zentren in Freiburg die fünfte Anlaufstelle in der Region Südbaden. „Wir hoffen, dass es auf diese Weise gelingt, die sehr langen Wartezeiten auf einen ambulanten Therapieplatz zu verkürzen“, erklärt Jens Maurer, zuständiger Projektleiter bei der SAGST, die Beweggründe für die Förderung durch die Darmstädter Stiftung.