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Biodynamik trifft syntropische Landwirtschaft: Neue Impulse für klimaresilienten Wein- und Olivenbau

Foto: FiBL

Wie kann Landwirtschaft widerstandsfähiger gegenüber Hitze, Trockenheit und Extremwetter werden? Dieser Frage widmet sich ein Forschungsprojekt, das biodynamische und syntropische Landwirtschaft verbindet. Das Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), der Demeter-Betrieb Fattoria La Vialla in der Toskana und das von Felipe Pasini und Dayana Andrade initiierte Netzwerk „Life in Syntropy“ untersuchen gemeinsam, wie sich beide Konzepte sinnvoll ergänzen können. Auf Oliven- und Weinbauflächen der Fattoria werden dafür erstmals syntropische Elemente in ein bestehendes biodynamisches Anbausystem integriert. Ziel ist es, herauszufinden, ob sich dadurch Bodenfruchtbarkeit, Wasserspeicherfähigkeit sowie Klimaresilienz verbessern und stabile Erträge auch in Zukunft sichern lassen.

Landwirtschaft nach dem Vorbild des Waldes

Die syntropische Landwirtschaft orientiert sich an natürlichen Waldökosystemen. Unterschiedlich hohe Gehölze und weitere Pflanzenarten spenden Schatten, fördern die biologische Aktivität, erzeugen Biomasse und unterstützen langfristig den Humusaufbau. Der aktuelle Praxisversuch analysiert über mehrere Jahre u. a. die Effekte auf Bodenqualität, das Mikrobiom und den Wasserhaushalt sowie Ernteergebnisse, aber auch wirtschaftliche und soziale Auswirkungen. Zudem fließen die praktischen Erfahrungen der Mitarbeitenden auf dem Betrieb in die Auswertung ein.

Die Fattoria La Vialla zählt zu den bekanntesten biodynamischen Betrieben Europas. Seit den 1970er-Jahren entwickelt der Familienbetrieb seine Wirtschaftsweise kontinuierlich weiter und gilt als Vorreiter nachhaltiger Agrarwirtschaft. „Das macht den Standort zu einem idealen Praxislabor“, ist SAGST-Projektleiter Tobias Leiber überzeugt. „Gleichzeitig wird deutlich, dass die biodynamische Landwirtschaft sich proaktiv bei der Erprobung neuer Ansätze einbringt und damit ihre Innovationskraft unter Beweis stellt.“ Insbesondere im Mittelmeerraum, wo die Folgen des Klimawandels bereits deutlich spürbar sind, könnten die Erkenntnisse helfen, den Wein- und Olivenbau langfristig robuster zu gestalten. Darüber hinaus sollen die gewonnenen Erkenntnisse dazu beitragen, syntropische Anbausysteme an unterschiedliche Standortbedingungen anzupassen und auch in anderen Regionen erfolgreich einzusetzen.

Wie syntropische Landwirtschaft in der Praxis Gestalt annimmt und welche Perspektiven sie für eine zukunftsfähige Landwirtschaft eröffnet, zeigen ein Video aus dem Projekt und eine Folge des Podcasts „Living Farms“ der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum in Dornach (Schweiz). Ergänzende Hintergrundinformationen vertiefen das Thema.