Kindheitspädagogik studieren: Die individuelle Entwicklung im Fokus

„Kinder lernen über Emotionen und entwickeln sich im Dreiklang von Kopf, Herz und Hand“, betont Prof. Dr. Janne Fengler. Die Leiterin des Instituts für Kindheitspädagogik am Fachbereich Bildungswissenschaft der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft weiß, dass es hierfür Vorbilder braucht, die die Jüngsten in unserer Gesellschaft liebevoll wahrnehmen und beim Aufwachsen begleiten sowie das eigene Handeln beständig reflektieren. Für die Studierenden der Kindheitspädagogik in Alfter bei Bonn gehört daher neben der Vermittlung wissenschaftlicher Grundlagen mit dem Schwerpunkt der Waldorfpädagogik auch die persönliche Profilbildung zur umfassenden Berufsvorbereitung. In Kleingruppen von 15 bis 30 Teilnehmenden setzen sich die Frauen und Männer intensiv mit ihrer Biografie auseinander und widmen sich übergeordneten Themen wie Kunst und Ästhetik, Bewegung und Gesundheit sowie Inklusion. Hierdurch erwerben sie eine breit gefächerte Methodenkompetenz für ihre spätere (leitende) Tätigkeit in Kindertagesstätten oder Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, der Frühförderung sowie der Ganztagsbetreuung. Das begleitende Studium Generale, in dem sich Studierende verschiedener Fachrichtungen zusammenfinden, bietet in der Auseinandersetzung mit philosophischen und gesellschaftswissenschaftlichen Fragestellungen darüber hinaus weitere Orientierung. Individuelle Schwerpunkte lassen sich zudem durch den Besuch von Seminaren im Bereich Musik sowie der darstellenden und bildendenden Künste setzen, auch Zertifikatskurse aus den Bereichen Inklusion und Theaterpädagogik ermöglichen eigenständige Akzentuierungen der Bildungsbiografie und der Professionalisierung. „Es geht eben nicht nur darum, exzellentes Fachwissen zu vermitteln, sondern auch die Persönlichkeitsentwicklung gleich auf mehreren Ebenen anzuregen“, unterstreicht Christoph Teixeira, Projektleiter bei der Darmstädter Software AG – Stiftung, die mit der Alanus Hochschule eine langjährige strategische Förderpartnerschaft verbindet. „Unser Engagement für ein ganzheitlich orientiertes und freies Bildungswesen“, so Teixeira, „entspringt dem Wunsch, Pädagoginnen und Pädagogen auf die komplexen sozialen Herausforderungen unserer Zeit vorzubereiten sowie ein entsprechendes Bildungskonzept in Wissenschaft und Gesellschaft zu etablieren.“

Um auch den unterschiedlichen Lebensumständen der Studieninteressierten gerecht zu werden, kann das Bachelor-Studium der Kindheitspädagogik, mit dem auch die staatliche Anerkennung als Kindheitspädagoin bzw. Kindheitspädagoge erworben wird, sowohl in Voll- als auch in Teilzeit absolviert werden: Die auf sechs Semester ausgelegte Vollzeit-Variante richtet sich in erster Linie an SchulabgängerInnen mit Hochschul- oder Fachhochschulreife und beginnt jeweils im Herbst eines Jahres. Für staatlich anerkannte ErzieherInnen oder BewerberInnen mit einer vergleichbaren Ausbildung gibt es alternativ die Möglichkeit zur Teilnahme an einem berufsbegleitenden und auf fünf Semester verkürzten Teilzeit-Studium. Dieses startet jeweils im März.