Rückenwind für Öko-Gemüsezüchtung

Ökologisch gezüchtete, samenfeste Sorten sind eine wesentliche Voraussetzung für qualitativ hochwertige Bio-Produkte. Um die zeit- und kostenintensive Arbeit der Öko-ZüchterInnen zu unterstützen, startete 2015 eine auf fünf Jahre angelegte Projektpartnerschaft zwischen dem Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN), dem Verein Kultursaat sowie der SAGST. Gefördert wurden 37 einzelne bereits laufende Projekte im deutschsprachigen Raum, die auf diese Weise intensiver bearbeitet werden konnten. Unter dem Dach der Vereine Kultursaat und saat:gut wurde damit der Sortimentsausbau im Bereich der nachbaufähigen Gemüsesorten deutlich gesteigert.

„Insgesamt konnte ein Großteil der Projekte in eine vielversprechende Richtung gelenkt werden“, heißt es im Abschlussbericht von Kultursaat. „Drei Sorten sind bereits auf dem Markt und mehrere Sortenkandidaten stehen kurz vor der Zulassung.“ Chicorée Ritardo, Brokkoli Rasmus und die Schlangengurke Cleopha sind inzwischen im Handel erhältlich. Vier weitere Neuzüchtungen, darunter eine Rosenkohl- und eine gelbe Zucchini-Sorte, sollen bald beim Bundessortenamt eingereicht werden. Einige Züchtungsprojekte mussten allerdings auch aus verschiedenen Gründen eingestellt werden, bei anderen ist noch unklar, wann und wie die Entwicklung weitergeht – im aufwendigen Züchtungsprozess durchaus erwartbare Vorgänge.

Die Fördermittel kamen zur Hälfte aus den Mitteln einer Initiativgruppe des BNN, die einen prozentualen Anteil ihrer Einnahmen im Naturkosthandel einbrachte. Die andere Hälfte steuerte die SAGST bei, die seit vielen Jahren die gemeinnützige Züchtungsforschung finanziell begleitet. „Diese Zusammenarbeit markierte einen wichtigen Meilenstein“, erklärt SAGST-Projektleiter Cornelius Sträßer. „Erstmals haben sich in diesem Umfang Akteure der gesamten Wertschöpfungskette zusammengeschlossen, um die Entwicklung neuer Sorten zu finanzieren.“