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Nachbarschaftliches Netzwerk: QuartierPflege im Landkreis Landsberg

Nachbarinnen im herzlichen Gespräch
Foto: Gesellschaft für Gemeinsinn e. V.

Der Fachkräftemangel in der Pflege stellt Kommunen in ganz Deutschland vor große Herausforderungen. Schon heute wird der überwiegende Teil der Pflege von Angehörigen geleistet – oft unter großer Belastung. Gleichzeitig wünschen sich viele ältere Menschen, möglichst lange in ihrer eigenen Wohnung und im vertrauten Umfeld bleiben zu können. Dieses Bedürfnis greift die von der Software AG – Stiftung (SAGST) geförderte QuartierPflege im Landkreis Landsberg am Lech auf.

Seit dem Projektstart 2025 sind in mehreren Gemeinden bereits 16 sogenannte Sorgegemeinschaften entstanden: Netzwerke, in denen Freiwillige als „Pflegelotsen“ ältere und pflegebedürftige Menschen zu Hause unterstützen und dafür eine Aufwandsentschädigung aus Mitteln der Pflegekasse erhalten. Sie helfen bei alltäglichen Aufgaben, begleiten zu Terminen oder übernehmen hauswirtschaftliche und einfache pflegerische Tätigkeiten. Dabei arbeiten sie eng mit professionellen Pflegediensten zusammen, die sich dadurch auf die medizinische Behandlungspflege konzentrieren können.

Gemeinschaftssinn stärken

Das Konzept baut auf den Erfahrungen eines Pilotprojekts in Leipzig auf, das die SAGST von 2021 bis 2023 mit ermöglicht hat. Dort wurde in zwei Stadtquartieren ein koordiniertes Nachbarschaftsnetzwerk etabliert, das die professionelle Pflege ergänzt und zugleich den Gemeinschaftssinn im Quartier belebt. Die Erfahrungen zeigen: Gut organisiert, kann diese Art der Unterstützung die pflegerische Grundversorgung stärken. Zudem eröffnen sich neue Formen freiwilligen Engagements, die besser zu den Lebensrealitäten vieler Menschen passen als klassische Ehrenamtsmodelle.

Im Landkreis Landsberg wird dieser Ansatz nun weiterentwickelt. Nach einem erfolgreichen Start in der Gemeinde Erpfting folgten Egling an der Paar, Vilgertshofen und Scheuring; weitere Gemeinden wollen hinzukommen. Darüber hinaus sind Maßnahmen geplant, die Aktivität und Begegnung fördern, etwa „Plauderbänke“ sowie Sport- und Mobilitätsanlagen.

Tragfähige Strukturen schaffen

„Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist seine kommunale Verankerung“, erklärt SAGST-Projektleiter Christian Wüst. „Gemeinsam mit dem Landratsamt und den örtlichen Pflegediensten werden tragfähige Strukturen geschaffen, die langfristig wirken können.“ So verbindet sich soziale Innovation mit einem sehr praktischen Ziel: Menschen mit Pflegebedarf im Alltag noch besser zur Seite zu stehen und die Pflege insgesamt zukunftsfähiger zu gestalten. Die Erfahrungen aus dem ersten Betriebsjahr werden derzeit ausgewertet und fließen in die Toolbox der Gesellschaft für Gemeinsinn ein, sodass sie auch an weiteren Standorten und in weiteren Quartieren genutzt werden können.

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