Virchow-Preis 2026: Auszeichnung für Pioniere der Ebola-Forschung
Der diesjährige Virchow-Preis geht an die Wissenschaftler Jean-Jacques Muyembe und Peter Piot. Er würdigt ihre wegweisenden Beiträge zur Erforschung des Ebola-Virus sowie ihr jahrzehntelanges Engagement für Globale Gesundheit und weltweite Epidemievorsorge.
Die Karrieren der beiden Preisträger sind eng mit dem ersten dokumentierten Ebola-Ausbruch im Jahr 1976 verbunden. Während der kongolesische Mikrobiologe Jean-Jacques Muyembe in der damaligen Republik Zaire die Untersuchungen vor Ort leitete und entscheidende Proben sicherte, war der belgisch-britische Arzt und Mikrobiologe Peter Piot an deren wissenschaftlicher Analyse beteiligt. Gemeinsam legten sie die Grundlage für das Verständnis eines bis dahin unbekannten Virus und für die wissenschaftliche Zusammenarbeit über geografische, institutionelle und kulturelle Grenzen hinweg. Für dieses bahnbrechende und bis heute andauernde Engagement erhalten Muyembe und Piot den mit 500.000 Euro dotierten Virchow-Preis.
Globaler Schulterschluss
Die Software AG – Stiftung (SAGST) ist seit 2023 Förderpartnerin des Virchow Prize. „Eine gute Gesundheitsversorgung für alle ist keine Selbstverständlichkeit“, betont SAGST-Vorstand Dr. Johannes Stellmann. „Sie ist das Ergebnis jahrzehntelanger Forschung, mutiger Feldarbeit und globaler Koordination. Jean-Jacques Muyembe und Peter Piot verkörpern dieses Zusammenspiel auf beeindruckende Weise.“ Muyembe (Jahrgang 1942) ist Generaldirektor des Institut National de Recherche Biomédicale (INRB) der Demokratischen Republik Kongo. Piot forscht und lehrt am Institut für Tropenmedizin in Antwerpen, Belgien, sowie an der London School of Hygiene & Tropical Medicine.
Die Entscheidung der Jury besitzt in diesem Jahr besondere Aktualität: 2026 jährt sich das erstmalige Auftreten von Ebola zum fünfzigsten Mal. Gleichzeitig verdeutlichen aktuelle Ebola-Ausbrüche in Zentralafrika, wie wichtig internationale Kooperation und eine nachhaltige Gesundheitsvorsorge weiterhin sind. „Epidemien und Gesundheitskrisen wie Ebola, HIV, Müttersterblichkeit oder Diabetes haben uns gelehrt, dass sie nicht nur ein medizinisches Problem sind, sondern auch eine Bewährungsprobe für Vertrauen, Gerechtigkeit, Führungsstärke sowie politische und wissenschaftliche Zusammenarbeit – wie Rudolf Virchow bereits vor über einem Jahrhundert feststellte“, so Muyembe und Piot in einem gemeinsamen Statement. Die Preisverleihung findet am 10. Oktober 2026 im Roten Rathaus in Berlin statt. Erwartet werden rund 300 hochrangige Gäste aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft.