FASD: Unterstützung für Betroffene gesichert
In Deutschland leben schätzungsweise rund 1,5 Millionen Menschen mit Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD). Die lebenslangen Beeinträchtigungen entstehen durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft und können u. a. Gedächtnis-, Wahrnehmungs- und Verhaltensprobleme verursachen. Dennoch erhalten nur wenige Betroffene frühzeitig eine Diagnose und damit die Unterstützung, die sie für ein möglichst selbstbestimmtes Leben benötigen.
Hier setzt das Beratungs- und Informationsnetzwerk BINE an. Es wurde von dem gemeinnützigen Verein LIVE Soziale Chancen aufgebaut und begleitet seit drei Jahren Kinder und Jugendliche sowie Angehörige und Pflegefamilien. Dank der Förderung der Software AG – Stiftung SAGST wird das Angebot, das sich auf Rheinland-Pfalz und das Saarland konzentriert, 2026 gesichert, bis eine öffentliche Anschlussfinanzierung ab 2027 greifen kann.
Teilhabe statt Ausgrenzung
Die Fachberatungsstelle arbeitet vorrangig mobil und bietet niedrigschwellige Beratung direkt vor Ort an. Ergänzend werden Fortbildungen für Fachkräfte aus Pädagogik, Jugendhilfe und Medizin durchgeführt. Ziel ist es, das Verständnis für die besondere Lebenssituation von Kindern mit FASD zu fördern und tragfähige Hilfsstrukturen zu etablieren. Zu diesem Zweck kooperiert BINE eng mit Jugendämtern, Fachdiensten und Selbsthilfeinitiativen. Perspektivisch sollen die Leistungen zudem auf erwachsene Betroffene ausgeweitet und durch digitale Formate ergänzt werden.
Viele Kinder und Jugendliche mit FASD wachsen in Pflegefamilien oder Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe auf. Ohne passende Unterstützung geraten sie häufig in Konflikte mit der Schule oder ihrem Umfeld – dadurch steigt das Risiko von Bildungsabbrüchen und sozialer Ausgrenzung. „Neben individueller Beratung fördert BINE auch Selbsthilfegruppen und Peer-Angebote für Betroffene – dieser ressourcenorientierte Ansatz hat uns besonders überzeugt“, betont Projektleiter Jens Maurer. „So entstehen Räume, in denen Erfahrungen geteilt und eigene Stärken entdeckt werden können.“