Die von uns geförderten Projekte sind
unsere Fenster in die Welt.

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Regionales Empowerment für weltweite Bewegung

Seit bald 100 Jahren gibt der biodynamische Landbau grundlegende Impulse in Sachen Ökolandwirtschaft. Ausgehend von Vorträgen, die Rudolf Steiner 1924 vor interessierten Landwirten gehalten hat, ist ein umfassendes und nachhaltiges Konzept entstanden. In seinem Zentrum steht der Hof als möglichst geschlossener, harmonischer Organismus. Ein ausgewogenes Wechselspiel von Tierhaltung, Kompostwirtschaft und bewusster Fruchtfolge verbessert nachweislich die Bodenqualität. Darüber hinaus ist der biodynamische Demeter-Verband der einzige Ökoverband, der über ein weltweites Netz von selbstständig zertifizierenden Organisationen verfügt. Und die Nachfrage ist groß: Unter dem Dach der internationalen Biodynamic Federation bewirtschaften etwa 5.300 LandwirtInnen in über 60 Ländern rund 190.000 Hektar Anbaufläche nach den Demeter-Richtlinien.

Gleichwohl ergibt sich aus den jeweiligen regionalen und kulturellen Bedürfnissen an vielen Standorten Beratungs- und Entwicklungsbedarf. Diesem kommt die Freie Internationale Wanderschule für Biodynamische Agrar-Kultur nach: In enger Abstimmung und Vernetzung mit dem Demeter-Verband sowie anderen AkteurInnen will sie unabhängige Strukturen in den jeweiligen Ländern stärken und „zur eigenen Kultur passende Wege der Biodynamik und der regionalen Zusammenarbeit finden“, erklärt Stephan Illi, internationaler Berater und einer der Initiatoren der Wanderschule. „Gerade die Verschiedenartigkeit der Zugänge ermöglicht das weltweite Lernen voneinander“, ist er überzeugt. Um eine solche Entwicklung zu fördern, setzt das Projekt auf kompetente Beratung, solide Aus- und Weiterbildung sowie internationalen Erfahrungsaustausch. So organisiert die Wanderschule Tagungen und Kurse, schult ExpertInnen vor Ort und begleitet den Aufbau von regionalen Beratungs- und Vermarktungsstrukturen.

Neben Ländern wie Tunesien oder Südafrika ist die Wanderschule mit Unterstützung der Software AG – Stiftung (SAGST) auch in mehreren europäischen Regionen aktiv. „Wir sehen darin einen wichtigen Anstoß für die Zukunftsfähigkeit der biodynamischen Bewegung“, erläutert SAGST-Projektleiter Sebastian Bauer. „In Süd-Ost-Europa etwa fehlt es bisher an einem wirklich tragfähigen Fundament – im Consulting ebenso wie in der Vermarktung. Auch im Baltikum sind entsprechende Schulungen geplant, außerdem sollen Ausbildung und Forschung gestärkt werden.“ Gleiches gilt für die Türkei und Polen, wo der biodynamische Landbau in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Dort suchen viele Höfe dringend Begleitung, weshalb hier vor allem lokale BeraterInnen ausgebildet werden sollen.