Die von uns geförderten Projekte sind
unsere Fenster in die Welt.

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Vielfalt als Chance: ARTplus fördert Inklusion im Kulturbetrieb

Ob SchauspielerInnen mit Down-Syndrom, autistische MalerInnnen oder KunsthochschullehrerInnen im Rollstuhl: Menschen mit Beeinträchtigungen sind im Kulturbetrieb die große Ausnahme. Nur selten bekommen sie die Chance, ihre kreativen Talente im Rahmen einer professionellen Ausbildung zu entfalten. Manche sind künstlerisch in Werkstätten für Menschen mit Assistenzbedarf tätig, doch eine berufliche Qualifizierung außerhalb dieser Strukturen findet kaum statt. Entsprechend rar sind diese KünstlerInnen auch im Bereich der Kulturvermittlung.

Das Strukturprogramm ARTplus will das ändern: Es zeigt modellhaft auf, wie künstlerische Ausbildung und Teilhabe für Menschen mit Einschränkungen möglich werden können. Initiiert hat das Programm der Hamburger Verein EUCREA, der sich seit über drei Jahrzehnten als Dachverband von KünstlerInnen mit Assistenzbedarf im deutschsprachigen Raum für mehr Vielfalt im Kulturbetrieb einsetzt. In den vergangenen Jahren konnten entsprechende Kooperationen bereits in Modellprojekten in Hamburg erfolgreich angeregt werden. So hospitierten SchauspielerInnen mit Beeinträchtigung an mehreren Hamburger Theatern und übernahmen dort Bühnenrollen. Einige weitere KünstlerInnen nahmen als GasthörerInnen an den Angeboten norddeutscher Kunsthochschulen teil, während andere heute als Kunst- und Kulturvermittler tätig sind.

„Wie EUCREA sind auch wir als Stiftung davon überzeugt, dass die vielfältigen Sichtweisen möglichst unterschiedlicher Menschen unser Kunst- und Kulturleben bereichern“, betont SAGST-Projektleiterin Elke Rahmann. „Deshalb ist Inklusion auch im Kunstbetrieb wichtig. Nicht nur, damit Menschen mit Assistenzbedarf ihre Kreativität professionell weiterentwickeln können – es geht auch darum, Sehgewohnheiten zu verändern und zu erkennen, dass wir als Gesellschaft von dieser Diversität profitieren.“

Für „ARTplus – Ausbildung und Qualifizierung“ arbeiten nun seit 2021 vier Bundesländer (Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen) zusammen, um die Netzwerkbildung zwischen künstlerischen Ausbildungsstätten aller Sparten zu verstärken. Pro Bundesland sind zwei bis drei Ausbildungsstätten eingebunden, die auf lange Sicht Erfahrungen in der künstlerischen Qualifizierung von Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen sammeln wollen. Die Auswertung des dreijährigen Programms übernimmt die Universität Leipzig.