Nummer gegen Kummer: Chat-Beratung für Kinder und Jugendliche
Schulischer Leistungsdruck, Konflikte im Elternhaus oder Freundeskreis, Zukunftsängste, aber auch die Auswirkungen digitaler Medien können junge Menschen stark belasten. Nicht immer finden sie den Mut, mit Vertrauten über ihre Sorgen zu sprechen. Nicht immer gibt es in ihrem Umfeld vertrauensvolle Ansprechpersonen. Umso wichtiger sind Angebote wie die „Nummer gegen Kummer“, eine aus dem Kinderschutzbund hervorgegangene Initiative. Seit den 1980er-Jahren erreichen Kinder und Jugendliche unter der Telefonnummer 116 111 speziell geschulte AnsprechpartnerInnen, die sie kostenlos und anonym beraten.
Hilfe per Handy
Neben der klassischen Telefonberatung können Betroffene mittlerweile auch per Mail oder Chat Kontakt aufnehmen. Der Austausch via Messenger gehört zum Alltag der meisten Jugendlichen und ist deutlich niedrigschwelliger als ein Telefonat: Hier können sie in Ruhe formulieren, was sie bewegt, ohne es laut aussprechen zu müssen. „Viele Heranwachsende suchen heute zunächst online nach Unterstützung“, weiß auch Elke Rahmann, die das Projekt für die SAGST begleitet. „Die Chat-Beratung schafft einen geschützten Raum, in dem sie unkompliziert und auf Augenhöhe Beistand finden. Besonders beeindruckt uns, dass dieses Angebot von zahlreichen Ehrenamtlichen getragen wird, deren Einsatz weitgehend im Verborgenen bleibt. Gerade weil Vertrauen und Anonymität im Mittelpunkt stehen, erhalten sie nur selten öffentliche Anerkennung. Umso wichtiger ist ihr Beitrag für Kinder und Jugendliche, die in schwierigen Situationen ein offenes Ohr, Orientierung und verlässliche Hilfe suchen.“
In Hessen erhält die Initiative aktuell zusätzlichen Rückenwind. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Kultusministerium geht an alle Schulen des Landes ein Paket mit Info-Plakaten und Stickern. Auf Schultoiletten und in anderen Rückzugsräumen, wo junge Menschen einen Moment für sich haben, können diese als gedanklicher Türöffner dienen und den Weg zur „Nummer gegen Kummer“ weisen.