Die von uns geförderten Projekte sind unsere Fenster in die Welt.

   

Was wir fördern

Projekteinblicke

Unser Anliegen ist es, mit unserer Öffentlichkeitsarbeit bestehendes Engagement und beispielhafte Projekte sichtbar zu machen. Darum rücken wir nicht nur in unseren Print-Publikationen die geförderten Initiativen und die Menschen dahinter in den Mittelpunkt, sondern haben auch auf unserer Website großen und kleinen Leuchtturmprojekten einen besonderen Platz eingeräumt.

An dieser Stelle möchten wir mit Kurzberichten über das aktuelle Projektgeschehen informieren sowie durch vertiefende Beiträge und Interviews einen möglichst anschaulichen Eindruck von den Initiativen vermitteln, die wir als Stiftung mit ermöglichen und begleiten dürfen.

Damit das gelingt, haben die Kolleginnen und Kollegen aus der Öffentlichkeitsarbeit viele der beschriebenen Projekte gemeinsam mit den zuständigen Projektleiterinnen bzw. -leitern besucht und sich vor Ort ein eigenes Bild von den Organisationen und Menschen gemacht.

Ihre Beispiele sollen in Text und Bild anderen Engagierten eine Orientierung über die Fördermöglichkeiten der Software AG – Stiftung (SAGST) vermitteln und Mut machen, neue Wege zu gehen.

Soziale Landwirtschaft: Gesunder Mehrwert inklusive

Soziale Landwirtschaft begreift landwirtschaftliche Betriebe nicht nur als Produktionsstätten, sondern auch als Lern- und Begegnungsorte, die unterschiedlichsten Menschen wertvolle Impulse für ihre persönliche Entwicklung geben können. Im unmittelbaren Umgang wird schnell deutlich, dass Pflanzen und Tiere unsere Lebensgrundlage bilden – aus dieser Erfahrung erwachsen Verantwortungsgefühl und Wertschätzung. Insbesondere Menschen mit Behinderungen oder aus sozial schwierigen Verhältnissen erleben die Arbeit in der Natur und die Fürsorge für Tiere oft als stabilisierend. Naturpädagogische Angebote sensibilisieren bereits Kinder und Jugendliche für Fragen der nachhaltigen Entwicklung, Saisongärten versorgen auch Stadtbewohner mit frischem, selbst angebautem Bio-Gemüse.

Das gesundheitsfördernde Potenzial der Sozialen Landwirtschaft untersuchte Lene Frohnert in ihrer Masterarbeit am Beispiel des Hofguts Oberfeld in Darmstadt. Sie studierte Public Health Nutrition in Fulda und befragte im Rahmen ihrer Arbeit „Gesundheitsförderung und Prävention durch Soziale Landwirtschaft“ sechs Menschen aus dem Umfeld des Hofguts. Die ehemalige Staatsdomäne im Osten Darmstadts konnte 2006 mit Unterstützung der Software AG – Stiftung (SAGST) in eine gemeinnützige Stiftung eingebracht werden. Hier betreibt seitdem eine Bürger-Aktiengesellschaft, zu deren Aktionären die Stiftung gehört, biologisch-dynamische Landwirtschaft mit Acker- und Gemüsebau sowie Milchviehhaltung. Durch dieses gemeinschaftliche Engagement konnte der letzte verbliebene stadtnahe Hofbetrieb nicht nur erhalten, sondern auch ausgebaut werden: Bio-dynamische Landwirtschaft, Schutz und Pflege der Natur sowie Naherholung, Behindertenarbeit und Sozialtherapie kommen hier auf fruchtbare Weise zusammen. Saisongärten, ein Hofladen mit Café sowie kulturelle Veranstaltungen und landwirtschaftspädagogische Bildungsprogramme am Lernort Bauernhof ergänzen das Angebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Die für die Masterarbeit Befragten erleben das Hofgut als sozialen Begegnungsraum, in dem sie individuellen Stress abbauen können und der ein ökologisch nachhaltiges Ernährungs- und Konsumverhalten vermittelt. „Anhand der durchgeführten Interviews konnte exemplarisch gezeigt werden, dass Soziale (Urbane) Landwirtschaft, sowie das Hofgut Oberfeld, zur Gesundheitsförderung und Prävention beitragen kann und eine Integration solcher Projekte in die Stadt- und Raumplanung von großem gesundheitlichem Wert erscheint“, schreibt Lene Frohnert in einem Beitrag im aktuellen „Rundbrief Soziale Landwirtschaft“. „Durch die streng ökologische Landwirtschaft wird einerseits der Erhalt von Biodiversität gefördert, gleichzeitig dient das Oberfeld der Stadt als Frischluftschneise. In seiner Funktion als Kulturgut hat das Hofgut [...] außerdem sozialintegrative Relevanz und fungiert als sozial bedeutsamer Begegnungsort.“


Zwei Männer bei der Arbeit in der Schreinerei

In der Gemeinde Heiligenberg am Bodensee leben rund 3.000 Menschen. Mehr als 100 von ihnen gehören der 1976 gegründeten Dorfgemeinschaft Hermannsberg an. Als eine von insgesamt fünf Camphill-Einrichtungen in der Region ist sie sowohl Wohn- und Arbeitsplatz als auch Begegnungsort für Menschen mit und ohne Behinderung. Mit dem Neubau der „Gläsernen Werkstatt“, einer Schreinerei im Industriegebiet Frickingen, geht die Dorfgemeinschaft neue Wege und öffnet sich dem umliegenden Sozialraum.


Frisch und gesund: Gemüse aus regionalem biologischem Anbau

Bereits seit 1986 macht sich die Ökomarkt Verbraucher- und Agrarberatung e. V. stark für die ökologische Landwirtschaft. Sowohl Konsumenten als auch Beschäftigte der Bio-Branche, Gastronomen sowie vor allem Kinder und Jugendliche – sie alle nutzen das vielfältige Beratungs- und Schulungsangebot des gemeinnützigen Hamburger Vereins. Dieser setzt sich nun auch für einen wachsenden Anteil an gesundem Bio-Essen in öffentlichen Einrichtungen der Hansestadt ein.


Mann im Rollstuhl mit Begleiterin

Wie Teilhabe, Partizipation und Selbstbestimmung auch bei Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf gelingen können, wird derzeit im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie vom Institut Mensch Ethik Wissenschaft (IMEW) in Berlin untersucht. Fester Bestandteil des auf zwei Jahre angelegten Projektes sind praxisorientierte Workshops, bei denen auch Menschen mit komplexen Behinderungen zu Wort kommen.


Oberstufenschüler im Biologieunterricht

Das neue, von der SAGST geförderte Praxisbuch „Biologie in der Waldorfschule“ bietet wertvolle Handreichungen für den Unterricht in der Oberstufe.